
Geht es Dir auch manchmal so? Bei fertigen Tortellini aus dem Kühlregal gibt es einige, bei denen man die Füllung nicht genau identifizieren kann und am Ende schmecken sie irgendwie alle gleich. Deshalb mache ich sie am liebsten selbst. Da weiß man, was man hat 😉 Allerdings mache ich es mir ein einer Beziehung dann doch wieder einfach: Ich nehme frischen, fertigen Nudelteig. Das spart unheimlich viel Zeit und zudem lassen sich die Quadrate einfach gleichmäßiger einteilen und alle Tortellini sind ungefähr gleich groß.
Wusstest Du übrigens, dass die Tortellini (oder auch Tortelloni, wenn sie größer sind) von einem Wirt in Castelfranco Emilia erfunden worden sein sollen? Er schaute bei der Göttin Venus durchs Schlüsselloch und war so begeistert von ihrem wunderschönen Bauchnabel, dass er schnell in seine Küche lief und aus Nudelteig den Bauchnabel formte. So wird es zumindest im Heldengedicht „La Secchia Rapita“ von Alessandro Tassoni aus dem 17. Jahrhundert behauptet. Auf jeden Fall streiten sich aber die beiden Städte Bologna und Modena schon ziemlich lange darum, wer sie erfunden hat. (Spoiler: Die Schweizer waren es nicht 😉 )
Ein paar Tipps
- Spinat-Trick: Ich nehme meistens gefrorenen Blattspinat, das geht schneller. Der sollte aber komplett aufgetaut sein und gut ausgedrückt, damit die Masse nicht zu feucht wird. Erschrick nicht: von ca. 350 g Spinat in gefrorenem Zustand bleiben noch ca. 100 g aufgetauter Spinat übrig…
- Auf Vorrat kochen: Wenn Du für zwei Personen kochst-bei der angegebenen Menge bleibt meistens noch etwas zum Einfrieren übrig. Tipp: Die Tortellini zuerst nebeneinander auf einem Brettchen einfrieren und erst danach in einen Beutel umfüllen, damit sie nicht verkleben.
- Der Falt-Trick für gleichmäßige Quadrate: Ich lege einfach eine Ecke des Nudelteigs so um, dass ein großes Quadrat entsteht. Dieses drittele ich in drei gleich breite Streifen. Die Streifen falte ich dann wieder so, dass gleichmässige Quadrate entstehen – danach musst du nur noch an den Linien entlangschneiden. Wer es ganz genau nimmt, kann natürlich auch ein Lineal benutzen!
- Meine Lieblings-Zubereitung: Am liebsten mag ich die Tortellini ganz pur: Einfach in etwas geschmolzener Butter schwenken, mit reichlich frisch geriebenem Parmesan bestreuen und nach Wunsch mit ein paar angerösteten Walnüssen oder Pinienkernen toppen. Mehr braucht es nicht für pures Urlaubsfeeling auf dem Teller!

Hausgemachte Spinat-Ricotta-Tortellini
Zutaten
Zubereitung
- Spinat auftauen und abtropfen lassen. Das überschüssige Wasser gut auspressen und anschließend fein hacken
- Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, den Knoblauch und die Zwiebel darin glasig anschwitzen
- Ricotta, Ei und Parmesan in einer Schüssel gut vermischen. Spinat, Zwiebel, Knoblauch und Semmelbrösel dazu geben, mit Salz und Pfeffer sowie frisch geriebener Muskatnuss würzen und zu einer homogenen Masse vermischen. Sollte die Masse ein wenig zu flüssig erscheinen, dann noch ein wenig Semmelbrösel dazu geben.
- Nudelteig immer schrittweise ausrollen, nicht zu viel auf einmal, da er recht schnell austrocknet. Dann in kleine Quadrate schneiden (ca. 6×6 cm), die Ränder mit Wasser einstreichen. Dann die Füllung mit einem Teelöffel in die Mitte des Quadrates setzen. Das Quadrat zu einem Dreieck einschlagen und die Ränder gut festdrücken. Die beiden äußeren Enden nochmals einschlagen.Die fertigen Tortellini bis zum kochen auf ein mit Mehl oder Grieß bestäubtes Blech setzen.
- Die fertigen Tortellini ca. 4-5 min in gut gesalzenem, kochendem Wasser köcheln lassen, bis sie nach oben schwimmen.
- Mit Soße nach Wahl servieren.Uns schmecken sie am besten mit ein wenig zerlassener Butter, leicht angerösteten Walnüssen und frisch geriebenem Parmesan, dazu ein Tomatensalat oder Blattsalate.




