Bärlauch – den Frühlingsboten sicher sammeln und genießen

Bärlauch erfährt in den letzten Jahren einen regelrechten Hype – völlig zu Recht. Denn Bärlauch ist nicht nur unglaublich lecker, sondern eine richtige Vitaminbombe. Trotzdem zögern viele, ihn im Wald zu sammeln- aus Angst vor einer Verwechslung mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlose. Immer wieder gibt es ja leider Berichte von Verwechslungen und Vergiftungen.

Doch keine Sorgen, mit ein wenig Übung und dem richtigen Blick lassen sie sich gut unterscheiden. Mein Mann und ich sammeln seit vielen Jahren das „grüne Gold“. Wer die Merkmale kennt, kann ganz entspannt losziehen.

Woran erkenne ich Bärlauch?

Verlasse Dich nicht allein auf den intensiven Duft der Blätter. Hast Du ein paar gepflückt riechen die Finger immer nach Knoblauch. Achte stattdessen auf folgendes:

  • Der Wuchs: Bärlauch wächst im Wald an schattigen und feuchten Stellen! Er wächst nie als einzelne Pflanze, es sind immer regelrechte Bärlauch-„Teppiche“, Maiglöckchen und Herbstzeitlose gibt es selten in dieser Häufung und meist auch an anderen Stellen. Aber sei dennoch aufmerksam!
  • Die Blätter: Bärlauch wächst immer an einem eigenen, dünnen Stiel aus dem Boden. Im Gegensatz dazu wachsen bei Maiglöckchen immer zwei Blätter zusammen aus dem Boden und bei Herbstzeitlosen sieht das eher aus wie eine Tulpe- viele Blätter ohne erkennbaren Blattstiel
  • Die Unterseite: Die Blätter sind recht weich und biegsam und auf der Unterseite matt. Die Blätter der beiden anderen Pflanzen sind fest und lederartig sowie auf beiden Seiten glänzend

Was muss ich beim Sammeln beachten?

  • Menge: sammle immer nur so viel, wie Du auch verbrauchen kannst!
  • Nachhaltigkeit: pflücke immer nur einzelne Blätter an verschiedenen Stellen, damit die Zwiebel auch im nächsten Jahr wieder austreibt
  • Hygiene: wasche die Blätter wegen des Fuchsbandwurms gründlich
  • Blütezeit: die Blätter können auch noch gepflückt werden, wenn der Bärlauch schon blüht. Der Geschmack ist dann aber nicht mehr ganz so intensiv

Bärenstarke Fun Facts

Wusstest Du, dass das Kraut seinen Namen wohl von Meister Petz hat? Anscheinend gehört es zu den bevorzugten Speisen der Bären, wenn sie aus dem Winterschlaf aufwachen, um wieder zu Kräften zu kommen und den Stoffwechsel zu pushen.

Schon die alten Römer nannten das Gewächs „Allium Ursinum“ Bären-Knoblauch, ein Name der sich auch in fast allen anderen europäischen Sprachen wiederfindet.

Das Beste am Bärlauch: Er schenkt uns diese legendären „Bärenkräfte“ und schmeckt herrlich nach Knoblauch, ohne dass wir danach die typische Fahne haben. Zudem ist er mit seinem extrem hohen Gehalt an Vitamin C (sogar mehr als in Zitronen!), Eisen und Magnesium der perfekte Kickstarter für das Frühjahr.

So, genug jetzt der Theorie- auf in den Wald und Bärlauch sammeln- aber nur, wo er auch gepflückt werden darf. Denn in vielen Gegenden Norddeutschlands gibt es so wenig Bärlauch, dass er auf der roten Liste steht und nicht gepflückt werden darf…

Hier findest Du noch weitere Infos zur Unterscheidung der unterschiedlichen Pflanzen.

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